07.04.2006: FSV Krakow am See – ETSV Güstrow 4:1 (0:0) PDF Drucken E-Mail

2. Spieltag: Wieder kein Sieg, 1:4-Auswärtsschlappe beim FSV Krakow am See

Mit Bestbesetzung antretend, wollte der ETSV den 5:1-Sieg aus der Vorsaison bestätigen. Leider sollte dieses Vorhaben gründlich daneben gehen. Die Krakower Mannschaft wollte mit ihrer Kampfkraft den ETSV von Beginn an beeindrucken. In den ersten Minuten des Spieles gelang es ihnen auch. Die Krakower waren immer diesen einen Tick eher am Ball, so das der ETSV sein Kombinationsspiel nicht aufziehen konnten. So konnte nur eine Standardsituation die erste Torgefahr für den ETSV bringen. Den Freistoß von Wittenburg konnte aber der Gästetorwart sicher parieren. Fast im Gegenzug konnte sich der gefährliche Torjäger Giese durchsetzen, doch den Ball konnte er zum Glück im fallen nicht richtig unter Kontrolle bringen und so landete sein Schuss über dem ETSV-Gehäuse.

Ab der 10. Minute verpuffte die Anfangsoffensive der Krakower und der ETSV kam ins Spiel. Es ergaben sich nun auch Chancen für die Offensivleute des ETSV. Mit schnellen Kontern über Hagelstein und Ramm versuchte man die Krakower Deckung aufzureißen. In der 13. Minute hätte eine Uneinigkeit der Krakower Hinterleute die Führung gebracht, als Ramm dazwischen stieß und gerade noch vom Torwart an der Führung gehindert wurde. In der 21. Minute wieder ein kluger und schneller Angriff mit Hagelstein über die linke Seite. Seine Eingabe von der Grundlinie rutschte Ramm über den "Senkel" und der Ball sprang am Pfosten vorbei ins Toraus.

Jetzt drückte der ETSV auf die Führung, da sein Spiel druckvoller und konsequenter wurde. Chancen ergaben sich mal wieder im Minutentakt. Erst konnte der Gästetorwart Rückwardt den heranpreschenden Hagelstein im letzten Moment behindern. Dann erzielte Ramm nach einer Ecke von Wittenburg mit einem Kopfball die Führung, da der Ball erst einen halben Meter hinter der Torlinie herausgeschlagen wurde. So sahen es auch die harten Krakower Fans (und das soll was heißen!), aber der Schiedsrichter "Sepp" Hübner nicht. Wieder wurde, wie auch im Hinspiel, ein regulärer Treffer von Ramm nicht anerkannt. Aber er sollte nur eine Minute später seine nächste Chance bekommen. Alleine vor dem herauslaufenden Torwart setzte er unbedrängt den Ball über den Kasten.

Nun spukte bei vielen die alte Fußballweisheit in den Köpfen herum: "Wer seine zahlreichen Chancen nicht nutzt, wird am Ende bestraft". Leider musste Hagelstein noch in der ersten Halbzeit den Platz verletzungsbedingt verlassen. Mit dem 0:0 gingen beide Teams in die Halbzeitpause. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte man den gefährlichen Giese und den agilen Altmann noch abmelden. Krakow verstärkte sich in der zweiten Halbzeit auch noch mit dem erfahrenen Bechtloff, so dass eigentlich Vorsicht geboten war.

Kurz nach Wideranpfiff sollte eine Unachtsamkeit den Spielverlauf auf den Kopf stellen. Bei einer eher harmlosen Flanke in der 40. Minute waren sich Quasdorf und Köhler nicht einig und der Ball sprang von Gieses Brust vorbei am Torwart und direkt ins Tor zur überraschenden 1:0-Führung der Gastgeber. Zum Glück waren die Güstrower nicht geschockt von der Krakower Führung. Im Gegenzug nutzte Voigt einen Abpraller des Gästetorwarts nach einem Schuss von Ramm und aus Nahdistanz setzte der ehemalige Krakower den Ball "Volley" ins Netz zum bis dahin Hochverdienten 1:1-Ausgleich.

Der ETSV setzte nun energisch nach. In der 41. Minute die nächste Möglichkeit. Wieder konnte Ramm seine Chance nicht nutzen, nachdem er einen Gegenspieler ausspielen konnte, aber der nächste ihn so bedrängte, dass er den Ball nicht kontrolliert am Torwart vorbeibrachte. In der 53. Minute fast ein Selbsttor der Krakower, als ein unkontrollierter Rückpass als mächtiger Heber den Torwart überwand. Aber der Ball prallte kurz vor dem Tor so auf, das er die Latte berührte und wieder ins Feld zurücksprang. Neben dem Unvermögen sollte das Glück in dieser Saison bisher nicht auf Seiten des ETSV sein. Hinzu kam, dass auch Kapitän Wittenburg das Spielfeld leicht angeschlagen verlassen musste.

Die letzten 15 Minuten standen jetzt ganz im Zeichen der Krakower Mannschaft. In der 55. Minute sollte sich die Vorentscheidung anbahnen. Bei einer Flanke behindern sich zwei Verteidiger des ETSV, so dass Giese die Situation nutzte und den Ball ungehindert in der 55. Minute ins lange Eck zur 2:1-Führung einschob. Der Torwart hatte hier nicht die Spur einer Abwehrchance. Der Wille zum schnellen Ausgleich war beim ETSV zu spüren, aber es wurde nicht mehr konzentriert genug gespielt.

Die Krakower hatten nun leichtes Spiel. In der 62. Minute ließ Köhler einen in den Strafraum geschlagenen Ball aufprallen und der erfahrene Zöhner stieß dazwischen und ließ allein stehend Quasdorf wieder keine Abwehrmöglichkeit. Diese 3:1-Führung war eine logische Folge des Spielverlaufes. Es sollte aber noch dicker kommen. Dass auch noch der kleine Schwerin als Abwehrchef einen Kopfball in der 70. Minute zur mittlerweile in der Höhe etwas zu hohen Führung verwertete, wunderte nun keinen mehr. Zum Glück pfiff der Schiedsrichter das Spiel danach ab, ansonsten hätte der Sieg noch höher ausgefallen können.

Fazit: Wenn der ETSV nicht langsam wieder seine vielen Herausgespielten Torchancen nutzt, wird er es schwer haben, aus den nächsten Spielen Punkte zu holen. Das spielerische Vermögen ist vorhanden, aber mit der Chancenverwertung bringen sie sich selber um ihren Lohn. Auch muss in der Abwehr konzentrierter gespielt werden. Man kann sich nicht von der momentanen Offensivschwäche anstecken lassen. Hier ist die gesamte Mannschaft gefordert!

Der ETSV spielte mit: Quasdorf, Westphal, Hanke, Köhler, Kettner (Kulms), Voigt, Thalmann, Wohlfeil, Wittenburg (Kanneberg), Ramm, Hagelstein (Ziemann)

Frank Brunsendorf

 

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