19.01.2013: Oldies brillierten wie zu besten Zeiten PDF Drucken E-Mail

Die kickenden Oldies von Sport-Heinrich haben am Sonnabend das Ü40-Einladungsturnier des BSV Wittenberge um Manfred Wolter gewonnen. Das Team des 37-fachen A-Nationalspielers Jörg Heinrich blieb als einziges Mannschaft ohne Niederlage und verwies eine Prignitz-Auswahl und den Güstrower SC 09 auf die weiteren Podestplätze.

Sechs Mannschaften sorgten in der Wittenberger OSZ-Halle für beste Unterhaltung, erzielten insgesamt 77 Treffer und boten in den 15 Turnierspielen einen Hallenkick auf überaus sehenswertem Niveau."Das war eine runde Sache. Wir haben schöne Spielszenen und tolle Tore gesehen", zeigte sich Turnierleiter und Mitorganisator Frank Dannehl begeistert.

"Das Heinrich-Team war schon mit Abstand die beste Truppe. Aber auch die beiden Prignitzer Teams haben sich gut verkauft. Alle Mannschaften waren jedenfalls rundum zufrieden und würden bei einer Neuauflage des Turniers gerne wieder kommen. Schade nur, dass so wenige Zuschauer den Weg in die Halle fanden. Die, die nicht da waren, haben wirklich etwas verpasst."
Dannehls Einschätzung traf den Nagel auf den Kopf. Denn in der Tat zeigte das Team von Jörg Heinrich, bei dem nach Aussage des ehemaligen Fußball-Profis nur Angestellte seiner beiden Sportgeschäfte zum Einsatz kamen, den attraktivsten Hallenfußball.

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                                       Jörg Heinrich (l.) und Guido Block

Lediglich beim 3:3 in ihrem letzten Turnierspiel gegen den ETSV Güstrow ging das mit ehemaligen Regionalliga- und Oberligaspielern gespickte Team nicht als Sieger vom Feld. Das der mit seinen mittlerweile 43 Jahren immer noch rang- und schlanke Heinrich am Ball noch nichts verlernt hat, bewies er unter anderem im Spiel gegen die Prignitz-Auswahl (4:1). Hier erzielte er mit einer feinen Einzelleistung das zwischenzeitliche 3:1. "Stark gemacht Jörg", applaudierte Dannehl über das Mikrofon. Heinrich stand aber etwas im Schatten seines Teamkollegen Guido Block, früher bei Optik Rathenow, SV Babelsberg 03, Tennis Borussia Berlin und zuletzt bei Chemie Premnitz aktiv. nicht ohne Grund wurde der 44-Jährige am Ende des Turniers als bester Spieler geehrt.

Auch die beiden Prignitzer Teams hatten gegen den Turniersieger keine reelle Siegchance, lieferten aber ansonsten solide Leistungen ab. Die von Frank Dannehl zusammengestellte Prignitz-Auswahl um die Wittenberger Christian Krause und Jens Bartkowiak oder Perlebergs Frank Plokarz gewann drei Spiele und wurde Zweiter. Allerdings musste sich das Team im direkten Duell gegen Veritas nach Treffern von Thomas Jokisch und Bernd Kuhn mit 0:2 geschlagen geben. Veritas ging nach zwei Siegen zum Auftakt dagegen etwas die Puste aus. Am Ende wurde das Team um Keeper Mario Wolter, hinter dem Güstrower SC 09, Vierter.

Wiedersehen mit Klaus "Stifti" Materna
Die Barlachstädter hatten ihren "Star" auf der Trainerbank. Klaus "Stifti" Materna, den älteren Lesern sicher noch aus den 1970ern als Ligaspieler und Mittelfeldmotor beim CMV gut bekannt, weilte nach über 20 Jahren erstmals wieder in Wittenberge. "Ach, das waren schon schöne Zeiten. Ich war zwar nicht der Größte auf dem Platz, hatte aber einen strammen Schuss", schmunzelt der ehemalige Wittenberger. Nach seiner aktiven Zeit verschlug es den heute 71-Jährigen 1982 nach Güstrow. Dort spielte er noch mit 62 Jahren bei den Altherren, ehe ihn eine neue Hüfte zum Ende seiner Karriere zwang.
Beim Turnier am Sonnabend konnte Materna seinen Trainerposten allerdings nicht wie üblich ausfüllen. Viele Gespräche mit ehemaligen Weggefährten wie Veritas-Geschäftsführer Günter Scheminowski ("Stifti war mein Kapitän sowie Freistoß- und Elfmeterschütze.") machten ein intensives Coaching unmöglich.
"Schemi hat mich damals zum Fußball geholt. Das macht schon Spaß, die alten Bekannten mal wiederzusehen", so Klaus Materna.

Etwas unter Wert verkaufte sich das allerdings ersatzgeschwächt angereiste Lok-Team aus Stendal um Wolfgang "Paule" Seguin, der 1974 an der Seite solcher Ikonen wie Jürgen Sparwasser oder Torwart Uli Schulze mit dem 1. FC Magdeburg als einziges DDR-Team den Europapokal der Pokalsieger gewann.

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                           Hat nichts verlernt: Stendals Wolfgang "Paule" Seguin.

"Alle Achtung, was Paule Seguin, der auch bald 68 wird, noch auf dem Parkett abliefert", staunte auch Frank Dannehl über die Fitness des Dauerbrenners. Und dass der "wohl älteste Spieler des Turniers" (Dannehl) nicht von seinem Ehrgeiz verloren hat, zeigte eine Szene im Spiel gegen Veritas (5:0), als er einem eigenen Fehlpass ein nicht druckbares Schimpfwort hinterher schickte.

 

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